Movement Space – Kompositionen für bewegliche Orte

Das Hören von Musik in der Stadt verändert sich, durch die Präsenz mobiler Technologien erhält es neue Erscheinungsformen und Bedeutungsebenen: sei es als Beschäftigungs- und Distanzierungsmittel, als Aktivität im Social Network oder als Beat im Turnschuh; die Straßenmusik konkurriert mit dem mp3 Stream, der sich omnipräsent in die Stadterfahrung einschreibt. Geht durch diese neuen Formen der Rezeption der Bezug zum öffentlichen Raum verloren, oder entstehen vielmehr neue lokale Beziehung und damit auch eine neue Öffentlichkeit? Wir untersuchen diese Frage praktisch, indem wir musikalische Kompositionen für konkrete Orte komponieren und aufführen. Leitende Frage ist: Wie werden Orte hörbar und sichtbar, wenn sie durch Musik zur Aufführung gebracht werden? 

In der Aufführung kommentiert und konterkariert die Musik die Funktion und das Erscheinungsbild des Ortes und interpretiert Situationen um. Der Zuschauer (Zuhörer) ist Teil dieses Prozesses. Er entscheidet darüber, was geplante Performance ist und was zufällige Erscheinung bleibt. Erst durch ihn wird der öffentliche Raum zum Aufführungsort. Die Musik wirkt als Katalysator, der Prozesse im öffentlichen Raum sichtbar macht. Sie ist Beobachtungs- und Interventionsinstrument im Gestaltungsprozess und wird in neuem Aufführungs- und Rezeptionszusammenhang erfahren.

In diesem Kollisionsprojekt zwischen Designforschung und Jazz entstanden neue Formen musikalischer Performance im öffentlichen Raum. Design(forschung) traf auf Improvisation, Komposition & Performance. Die Teilnehmer experimentierten mit qualitativen Methoden der Designforschung. Sie entwickeln – auch ohne jegliche Notenkenntnisse – musikalische Kompositionen / Improvisationen / Performances, und führten sie vor Ort auf.

Die im Kurs entstandenen Performances wurden filmisch dokumentiert.

Kursleiter: Stefan Göllner (DRLab), Tilmann Dehnhard (Jazzinstitut)