Inequality & digital Sovereignty: Weizenbaum Institute Research Group 8

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Unter dem Begriff der digitalen Souveränität wird seit einiger Zeit ein neues Leitbild für Menschen in der digitalen Welt diskutiert, das die Kompetenzen, Pflichten und Rechte des Individuums in Zeiten der zunehmenden Datenanalyse, Profilbildung und schwindenden Privatsphäre ins Blickfeld rückt. Auf europäischer und nationaler Steuerungsebene wird die Definition und Sicherung digitaler Souveränität von Bürger*innen und Organisationen vermehrt auf die Tagesordnung gesetzt. Die unterschiedlichen Diskurse umfassen also sowohl die Souveränität der individuellen Nutzer*innen als auch die Souveränität von Kollektiven und Staaten.
Vor diesem Hintergrund soll es die Aufgabe der Forschungsgruppe 8 sein, ein besseres Verständnis der verschiedenen Dimensionen digitaler Souveränität zu entwickeln und damit zur Konstruktion neuer Leitbilder für Menschen in der digitalen Welt beizutragen. Die Konstitution und Koordination von persönlichen und kollektiven Handlungs- und Entscheidungsspielräume rücken dabei in den Fokus, und zwar auf zwei Ebenen:
  • Zum einen in Bezug darauf, wie Individuen und Kollektive mehr oder weniger souverän mit immer komplexeren Technologien umgehen, also die souveräne Nutzung digitaler Infrastrukturen. Relevant hierfür sind zentrale Themenfelder wie die digitale Kompetenz, die Verbrauchersouveränität und der Digital Divide.
  • Zum anderen werden Positionen der Ungleichheit und der Souveränität in Bezug auf die Gestaltbarkeit von Lebenswelten betrachtet, womit verstärkt Aspekte des Sozialen in den Transformationsdiskurs getragen werden. Mit einer solchen Perspektivierung entwickelt die Forschungsgruppe praxis- und projekt-geleitete Zugänge, die es erlauben, Technologie und Digitalität als einen gestaltbaren Prozess zu verstehen.

Die unterschiedlichen Perspektiven der Forschungsgruppe begründen sich in der partizipativen und transdisziplinären Designforschung, in der methodische Zugänge wie etwa Reallabore und Social Living Labs ihre Verankerung finden. Die integrativen Ansätze adressieren real-weltliche Fragestellungen entlang der Praktiken und Wertesysteme aus der Zivilgesellschaft, dem öffentlichen und dem privaten Sektor. So sollen komplexe Möglichkeiten des Wissenstransfers und der Wissensintegration identifiziert und bearbeitet werden, die gleichzeitig soziale, politische und wirtschaftliche Handlungsoptionen skizzieren.

 

The term digital sovereignty has been used for some time as a new leitmotif for navigating the digital world, that focuses on the competences, duties and rights of the individual in times of increasing data analysis, profiling and dwindling privacy. At European and national governance levels, the definition and safeguarding of digital sovereignty of citizens and organisations is increasingly being put on the agenda. The different discourses thus encompass both the sovereignty of individual users and the sovereignty of collectives and states.
Against this background, the task of Research Group »Inequality and digital sovereignty« is to develop a better understanding of the various dimensions of digital sovereignty and thus contribute to the construction of the concepts and leitmotifs under discussion. The constitution and coordination of personal and collective spaces for manoeuvre and decision-making will come to the fore at two levels:
  • The first is how individuals and collectives deal more or less confidently with increasingly complex technologies, i.e. the confident use of digital infrastructures. Relevant for this are central topics such as digital competence, consumer sovereignty and the digital divide.
  • On the other hand, positions of inequality and sovereignty with regard to the formability of lifeworlds are examined, which increasingly brings aspects of the social into the transformation discourse. With such a perspective, the research group develops practical and project-led approaches that allow technology and digitality to be understood as processes that can be shaped.
The different perspectives of the research group are rooted in participative and transdisciplinary design research, in which methodological approaches such as “Reallabore” and social living labs are anchored. The integrative approaches address real-world questions along the lines of practices and value systems from civil society, the public and private sectors. Against this backdrop, complex possibilities of knowledge transfer and knowledge integration are to be identified and developed, which at the same time outline social, political and economic options for action.